Die Versammlungsbehörde der Stadt Leipzig hat versagt.

Am 7.12 fand in Leipzig-Schönefeld ein Naziaufmarsch vor dem neuen Asysuchendenheim statt. (Weiteres)

Nicht genug, dass Asylsuchende in einer unbrauchbar gewordenen Plattenbauschule mit außenliegendem Duschcontainer wohnen müssen. Heute hat die Stadt Leipzig aggressiven Neonazis die Möglichkeit gegeben direkt am Heim vorbeizuziehen. Es wäre für die zuständige Versammlungsbehörde ein Leichtes gewesen dem Aufmarsch, wenn nicht aus  Pietät-, dann doch mindestens aus Sicherheitsgründen eine andere Route zu geben. Offensichtlich waren sich die Verantwortlichen der Gefahr für die Schutzsuchenden Menschen nicht bewusst. Jedenfalls haben sie diese gänzlich ignoriert. Im Heim leben Menschen, die vor traumatisierenden Kriegssituationen geflüchtet sind. Der Mindestanspruch sollte es sein, dass die Menschen nicht struktureller Ausgrenzung und offener Menschenfeindlichkeit ausgesetzt werden.

Die Versammlungsbehörde war sich hingegen nicht zu schade das Aufhängen von Bannern und Plakaten am Zaun des Heimes zu unterbinden. Diese würden provozierend wirken. Inwiefern "Refugees Welcome"-Transparente den Bewohner_innen schaden, aber aggressive Sprechchöre und ein massiv einschüchterndes Polizeiaufgebot nicht, bleibt wahrscheinlich nur für die Stadt Leipzig schlüssig.
Mit unverhältnismäßig aggressivem Polizeieinsatz wurde durchgesetzt, dass die Neonazis ihre fast 90minütige Kundgebung in unmittelbarer Nähe zum Heim durchführen konnten. Auch durch das Aufstellen von zwei Polizei-LKW im Hinterhof des Asylheimes bewiesen die Verantwortlichen, wie unreflektiert ihr Umgang mit traumatisierten Bewohner_innen des Heimes ist. 
Leipzig  gibt sich gern das Image einer weltoffenen Stadt. Heute hatte sie es zu verschulden, dass die Geflüchteten praktisch in der Asylunterkunft eingesperrt waren. Sie konnten den ganzen Tag über nicht gefahrlos das Heim verlassen. 
Es ist ein untragbarer Zustand, dass zivilgesellschaftliche Gruppen und Kirche durch stundenlanges Ausharren das ausbügeln mussten, was die Stadt verschuldet hatte. Dem Engagement der Teilnehmenden der Willkommensinitiative ist es zu verdanken, dass der Einschüchterung durch Hass- und Gewalttiraden des deutschen Mobs auch ein Stück Menschlichkeit entgegengesetzt wurde.
Wir bedanken uns bei der Schönefelder Willkommensinitiative, den Bündnissen "Leipzig nimmt Platz" und "Refugees Welcome", sowie allen Teilnehmer_innen der heutigen Kundgebung dafür, dass sie den Geflüchteten den unmittelbaren Anblick des deutschen Mobs ersparten.
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