Aufruf: Für menschenwürdiges Wohnen und Leben, gegen die scheinbare Alternativlosigkeit!

Die Linksjugend Leipzig ruft zur gemeinsamen Petitionsübergabe „Für selbstbestimmtes Wohnen: Stoppt die größte kommunale Massenunterkunft für Asylsuchende Sachsens!“ am 25.02.15 um 14:00 Uhr vor dem Neuen Rathaus auf.

Wir als Linksjugend rufen alle Interessierten auf, die Stadtratssitzung am 25.02.15 ab 17:00 Uhr kritisch zu begleiten.

Die Verwaltung der Stadt Leipzig hat in einer aktuellen Vorlage vorgeschlagen, die Massenunterkunft in der Torgauer Straße 290, entgegen der geplanten Schließung, auf Jahre festzuschreiben und für weitere Flüchtlinge auszubauen. Für Sanierung und die Erweiterung der Unterkunft von derzeit 300 auf 500 Plätze sollen knapp 5,8 Millionen Euro investiert werden.

Das steht im Widerspruch zum bereits gefällten Beschluss zur dezentralen Unterbringung von geflüchteten Menschen. Der geplante Ausbau der Massenunterkunft spricht für den generellen gesellschaftlichen Unwillen, die Situation von Asylsuchenden zum Besseren zu ändern. Dabei sind die Schwierigkeiten von Asylsuchenden sehr vielseitig. Kasernierte Unterbringungen am Stadtrand, Arbeitsverbote und Einschränkung der Bewegungsfreiheit sind nicht nur bei der Stadtverwaltung zu suchen, sondern sind Ausdruck dieses Unwillens.

Der ehemalige Sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo stufte die Torgauer Straße in seinem Heim-TÜV 2011 als eine der sachsenweit schlechtesten Unterkünfte ein. Bewohnerinnen und Bewohner beschreiben in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister die entsetzlichen Zustände: „Hier gibt es überall Insekten, die Gebäude müssen dringend saniert werden, die Möbel sind defekt und der Zaun rings um das Gelände lässt uns wie Häftlinge fühlen“. Das Problem besteht unterdessen nicht nur im desolaten Zustand der aktuellen Unterkunft – ganz grundsätzlich ist die Unterbringung traumatisierter Geflüchteter zu mehreren Hundert in einer Massenunterkunft inmitten eines Industriegebiets am Rand der Stadt das genaue Gegenteil von menschenwürdiger Unterbringung.

Die Stadtverwaltung zeichnet das Bild der Lage als „alternativlos“. Die Alternative zum weiteren Ausbau der menschenunwürdigen Massenunterkunft in der Torgauer Straße bestünde in „Containern oder Zelten“. Dazu sagt Nadja Guld, Jugendpolitische Sprecherin von DIE LINKE. Leipzig: “Es gibt viele Gründe, der Beschreibung der Stadtverwaltung nicht unhinterfragt zu folgen. Der Initiativkreis Menschenwürdig recherchiert und kommuniziert seit Wochen mit etlichen Gruppen und Organisationen, darunter Leipziger Wohnungsgenossenschaften und Hausprojekten. 10 Häuser mit je ungefähr 50 Plätzen werden derzeit aussichtsreich geprüft, weitere 10 erscheinen für die Verwendung zur dezentralen Unterbringung geeignet zu sein.“

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